Kleidung aus reinen Naturfasern ist gesund, bürgt für Wohlbefinden und ist gut für die Umwelt.
Die Haut ist unser größtes Organ. Sie trägt wesentlich zum Stoffwechsel und zur Körperatmung bei. Sie ist empfindlich für Wärme und Kälte, für Feuchtigkeit und Trockenheit, für Berührungen bis hin zum feinsten Lufthauch. Die Haut ist also nicht nur ein Organ, das zentrale Körperfunktionen erfüllt, sondern auch das wichtigste Sinnesorgan.
Nicht nur das Aufbringen von sogenannten Pflegemitteln und Kosmetika, mehr oder minder unbekannter Zusammensetzung, kann die Funktion der Haut und damit das Wohlbefinden des Menschen beeinträchtigen, auch die Wahl der Kleidung hat entscheidenden Einfluss aufs Wohlbefinden. Die reine Naturfaser ist in gewisser Weise die nahtlose Fortsetzung der menschlichen Haut nach Außen. Sie lässt die Haut atmen, erleichtert den Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich und schmeichelt dem Gefühlssinn.
Mit Naturfasern ist der Mensch im Gleichgewicht
Kleidung aus Naturfasern, das ist vor allem Kleidung aus Baumwolle, aus der mehr als fünfzig Prozent der weltweit hergestellten Kleidungsstücke fabriziert sind. Das sind aber auch wertvolle Fasern wie Seide, traditionelles Leinen und Hanf und natürlich die verschiedenen Schurwollen vom feinen Alpaka, über Merino, bis zur robusten Islandwolle.
Baumwolle, Hanf, Leinen – Pflanzenfasern
Baumwolle ist sehr hautverträglich, weil sie Luft zirkulieren lässt und die Haut beim lebensnotwendigen Feuchtigkeitstransport nicht behindert. Speziell für Allergiker ist sie aufgrund der glatten Oberfläche der Faser besonders empfehlenswert. Sie nimmt die Hautfeuchtigkeit auf und kühlt dann den Körper. Denn Überhitzung, zum Beispiel bei sportlicher Betätigung im Sommer, ist für den Menschen genauso schädlich wie Unterkühlung. Vorteil im täglichen Gebrauch ist die problemlose Wäsche in der Waschmaschine.
Hanf und Leinen sind gröber und gerade im Sommer ideal, weil Sie einerseits leicht und luftig sind, andererseits die Haut aber auch gut gegen Sonnenstrahlung schützen.
Wolle und Seide - unserer Haut am ähnlichsten
Für Kleidung und Wäsche, die direkt auf der Haut getragen wird, sind Schurwolle oder Seide die idealsten Fasern, weil beide in ihrer Struktur der menschlichen Haut am ähnlichsten sind. So kann die Wollfaser durch ihre feinen Kapillaren einerseits viel Feuchtigkeit (Schweiß) aufnehmen und speichern – bis zu 60% ihres Eigengewichtes – und die Haut dadurch trocken halten und vor Auskühlung schützen. Wolle ist eine natürliche „Klimaanlage“. Wolle ist darüber hinaus pflegeleicht: in der Regel reicht es, Pullis und andere Kleidungsstücke gründlich zu lüften und die Selbstreinigungskräfte des Naturmaterials können sich voll entfalten.
Naturfasern ohne Chemie
Die Naturfaser ist ist vielfach nur ein Ausgangsmaterial, ein Rohstoff, der bei der industriellen Verarbeitung intensiv mit Chemie behandelt wird und dadurch seine guten Eigenschaften verliert. So werden die Naturfasern im Laufe der industriellen Verarbeitung den Chemiefasern immer ähnlicher und ihre herausragenden Vorteile für Haut und Stoffwechsel gehen immer mehr verloren.
Einige chemische Belastungen werden am Ende dieser „Veredelung“ durch intensives Waschen entfernt, so dass die gesetzlichen Grenzwerte zumindest bei in Westeuropa vertriebener Ware meistens eingehalten werden. Textilien, die mit dem Ökotex 100-Label zertifiziert sind, halten garantierte Standards ein.
Auch wenn Rückstände der chemischen Behandlungen unterhalb der Grenzwerte liegen oder gar mit normalen Messmethoden nicht nachweisbar sind (also unterhalb der „Nachweisgrenze“ liegen), heißt das eben nicht, dass diese Kleidung „rückstandsfrei“ ist. Konkrete Erfahrungen von betroffenen Menschen untermauern einen negativen Einfluss selbst kleinster Chemiereste immer wieder. Besonders betroffen sind Menschen mit einer Grunderkrankung, Allergien oder Überempfindlichkeit, aber auch Menschen die stark zum Schwitzen neigen. Der natürliche Körperschweiß kann chemische Substanzen aus dem Textil regelrecht herauslösen und auf die Haut übertragen.
Sicherheit durch NATURTEXTIL
Auch wenn die Begriffe „Natur“, „Bio“ oder „Öko“ im Bezug auf Kleidung derzeit nicht geschützt sind, im Unterschied zum Lebensmittelsektor mit seinen strengen Vorschriften, können Sie beim Kauf von Textilien auf Nummer Sicher gehen: So bescheinigen sowohl die Verbraucherinitiative wie auch das kritische Magazin Okötest dem Qualitätszeichen „NATURTEXTIL“ des IVN die höchste ökologische Qualität. Der besondere Unterschied zur reinen Schadstoffprüfung am fix und fertigen Textil ist, dass es die beiden Qualitätszeichen NATURTEXTIL nur für Kleidung gibt, bei denen schädliche Chemikalien während des gesamten Produktionsprozesses gar nicht erst eingesetzt werden. Also, schon beim Baumwollanbau dürfen keine Pestizide, Kunstdünger und Entlaubungsmittel eingesetzt werden. Die Haut kann richtig durchatmen, denn Kunstharzausrüstungen sind sowieso verboten. Wenn Chemie gar nicht erst in die Kleidung hineinkommt, kann sie sich später auch nicht schädlich auswirken.
(Quelle IVN Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. Weitere Infos auf der Homepage des IVN: